Schüleraustausche


 

In Zeiten wo das Geld nicht mehr so locker sitzt und Eltern sich nicht immer einen Familienurlaub leisten können, ist der Schüleraustausch eine gute Möglichkeit, dem Kind trotzdem eine schöne Zeit im In- oder Ausland zu ermöglichen – und das meist zum angemessenen Preis!

 

Die meisten deutschen Schulen haben Partnerschulen. Die gängigsten Länder sind: Frankreich, Österreich, England, Spanien, Italien, Tschechien, die Schweiz oder Ungarn. 1-2x im Jahr ist es dann soweit und man kann die jeweils andere Schule besuchen à Schüleraustausch.

 

Für alle, die nicht so recht wissen, was einen da erwartet, eine kurze Beschreibung (kann natürlich etwas abweichen):

 

  1. Man schreibt sich für so eine Auslandsfahrt ein
  2. Der Bus (meistens!) kommt und dann geht’s schon los
  3. Ankunft in der Schule
  4. Die Mädchen oder Jungen, die euch aufnehmen wollen, erwarten euch bereits
  5. Ihr geht/fahrt mit ihnen nach Hause (Kennen lernen)
  6. Am nächsten Tag geht man mit ihnen normal zum Unterricht oder unternimmt Ausflüge (meist an allen Tagen gibt es solche Programme)
  7. Abschlussabend (wird z.B. mit gemeinsamen Aktivitäten innerhalb der Familie ausgeklungen)
  8. Zum Abschied treffen sich dann alle Schüler der gastgebenden Schule, die jemanden bei sich beherbergt haben, und diejenigen, die zu Besuch waren

 

Was sollte man im Allgemeinen beachten, wenn man sich für einen Schüleraustausch entschließt?

 

·        Man sollte auf jeden Fall Sprachkenntnisse der jeweiligen Landessprache besitzen, je nachdem wo man eben hin möchte.

Das heißt aber nicht, dass man es perfekt beherrschen muss, denn man ist doch da, um die Sprache zu lernen!

 

·        Toleranz gegenüber anderen ist auch ein wichtiger Punkt. Habe ich zum Beispiel etwas gegen Schwarze, wäre ein Ort, wo man diese leben, wohl nicht das Ideale.

 

·        Mit Freundlichkeit kommt man immer weiter! Auch wenn es dich zu einer Familie verschlägt, die nicht so deinem Geschmack entspricht, bleib cool und lass dir nichts anmerken!

 

Versteht ihr euch aber absolut nicht, die hygienischen Verhältnisse sind miserabel oder die Familie hat Haustiere, vor denen ihr große Angst habt (u. A. Hunde…) oder auch eine Allergie, ist ein Wechsel möglich! Überlegt euch das aber genau, zigmal kann man nicht so einfach tauschen.

  

Vielleicht noch ein kurzer Erfahrungsbereicht von mit persönlich:

 

Ich fuhr im März 2004 mit 3 anderen Schülern und einer Lehrerin wegen eines Schulprojektes (Comenius- Projekt) nach England. Abgesehen davon, dass ich diese Lehrerin nicht wirklich möchte (sie mich übrigens auch nicht), fand ich es eine schöne Erfahrung. Heute sehe ich das so, vor Ort war das anders: Ich kam zuerst in eine Familie, mit Hund, Katze, Hase, Meerschwein usw. Nicht, dass ich was gegen Tiere habe, aber wenn einem so ne wildfremde Katze nachts, wenn man schlafen will, im Gesicht rumtrampelt ist das nicht so toll. Und auch das quietschende Doppelstockbett, wo oben das Mädel lag, das mich aufgenommen hatte, war eklig, denn das Bettzeug wurde wohl schon jahrelang nicht mehr gewechselt (alles voller süffiger Flecken). Aber meine Laune war schon angeschlagen davon, dass ich mich nicht richtig waschen konnte, weil das Bad extrem verkeimt und türlos war. Lediglich ein loses Brett diente dazu, nicht jedem freien Einblick zu gewähren. Es gab aber noch viele, viele andere Kleinigkeiten!

 

Das war mir zu viel, ich beschwerte mich bei meiner betreuenden Lehrerin… Sie veranlasste, mir eine neue Familie zu suchen. Diese war das totale Gegenteil: Bei denen war es wirklich sauber und die Eltern waren sehr nett zu mir. Einzig das Mädchen mit ihrem rosa Barbiezimmer war ein wenig seltsam.

Aber alles in Allem hat mir diese Familie gut gefallen!

 

Noch ein Tipp für alle Englandurlauber: Wer Fastfood nicht verträgt (wie ich in dem Falle), wird es ganz schön schwer haben. Ein guter Magentee wäre zudem von Vorteil, wenn man nicht vorhat, sich nach dem Essen zu entleeren! Auch das Vorurteil, in England gibt es zum typisch engl. Frühstück nur „bacon and eggs“ ist falsch!

 

 

Bevor es dann endgültig losgeht:

 

 

Alles okay? Wenn ja, dann steht euch hoffentlich eine tolle Zeit bevor.

 

Ich fahre übrigens im Oktober 2005 - wieder wegen dieses Projektes - nach Zypern! Ich hoffe, dort habe ich gleich das Glück, eine nette Familie zu erwischen! ;)

 

Wenn euch mein Artikel geholfen hat, würde ich mich über eine Rückantwort sehr freuen! (tina-rainbow@web.de)

 

© Tina Höch, 15 Jahre, Leitungsteam der „Rainbowkids“
www.rainbowkids.de

zurück