Wer ist hier faul – Schüler oder Lehrer?

 

 

Wenn man einen Rundgang durch eine Schule in der heutigen Zeit macht. Was fällt einem da auf? Genau. Ein ganzer Haufen unfreundlicher, frecher Schüler, die wohl – so scheint es, wenig oder gar keinen Anstand (mehr) besitzen.

Ein Beweis dafür, ist sicherlich die PISA – Studie. Gab sie doch das erschreckende Bild deutscher Schulen wieder. Heftig wurde darüber diskutiert; wer ist hier nun faul? Schüler oder Lehrer?

 

Meiner Meinung nach, erfüllen beide Parteien bei weitem nicht mehr das, was eigentlich von ihnen verlangt wird.

Wenn man den Tagesablauf eines Schülers betrachtet, stellt man im Allgemeinen folgendes fest: Viel zu spät aufstehen (kommt von einer langen Nacht) - noch schnell die Hausaufgaben vom Vortag erledigen - vor der Schule noch schnell mal ’ne „Kippe“ sich genehmigen - im Unterricht ständiges „Briefchenschreiben“ und Unaufmerksamkeit. Das prägt den Schulalltag vieler Schüler. Zuhause angekommen, schnell den Ranzen in die Ecke - den Fernseher an - sich später mit Freunden treffen und natürlich Hausaufgaben und Hausarbeit völlig vergessen. Als „krönender“ Abschluss noch abends bis Mitternacht fernsehen. Das ist ein Tagesablauf, wie er wohl vielen Jugendlichen bekannt vorkommen wird. Spiegelt er doch die krasse Realität wieder, wie leichtsinnig viele Schüler und Schülerinnen die Schule nehmen. Fragt man sie danach, hört man die typischen Argumente, wie: „Ach, die Lehrer erzählen so viel Müll und bis ich mal ’ne Lehrstelle brauche, sind es noch ein paar Jahre. Das Beispiel, welches ich oben genannt habe ist natürlich nicht einfach so aus der Welt gegriffen, jedoch gibt es auch noch einige pflichtbewusste junge Leute, die sich ihre Zukunft nicht verbauen möchten und von denen müsste es eindeutig mehr geben. Selbst die momentane Situation: wenig Lehrstellen, fehlende Arbeitsplätze halten die „Faulen“ unter ihnen nicht davon ab, ein wenig mehr Interesse an der Schule zu zeigen.

 

Trotz alledem, was ich am Verhalten vieler Schüler negativ finde, gibt es leider auch nicht wenige Lehrer, die es ganz primitiv gesagt, „einfach nicht drauf haben“. Erinnere ich mich da mal an meine ehemalige Musiklehrerin. Die Frau kam zur Tür hinein, sagte „Guten Tag“, ließ uns seitenlang Texte abschreiben, die sie selbst bestimmt nicht einmal durchgelesen hatte, erklärte das Thema nur auf Wunsch einzelner Schüler(innen) und verließ dann sofort bei Klingelzeichen den Raum. Auch Faulheit ist bei vielen Lehrern heutzutage weit verbreitet. Sollten sie doch eigentlich ein Vorbild sein. Aber – da bekommt man beispielsweise die Mathearbeit nach über 2 Wochen zurück und hört als Begründung vom Lehrer: „Tut mir ja leid, aber meine Frau hatte Geburtstag!“ Ja, 2 Wochen lang, oder wie???

 

Schade eigentlich, das selbst solche Personen, die uns eigentlich etwas lernen sollten, ihrem Beruf nicht mehr so ganz nachgehen.

 

Trotz dieser vielen Kritik, muss ich wie auch bereits erwähnt, sagen, dass es auch Ausnahmen gibt. Denn einige (wenige) Lehrer(innen) gehen auch wirklich auf die Probleme ihrer Schüler ein und sagen nicht nur: „Tja, da hättest du eben besser aufpassen müssen!“

 

Obwohl ich nun recht viel Negatives über beide Seiten geschrieben habe, muss ich sagen, dass auch ich keine Musterschülerin bin und es wahrscheinlich auch nie sein werde, jedoch gehört ein bisschen Respekt beiderseits zum täglichen Umgang in Schule oder auch in der Freizeit einfach dazu!

 

 

 

© Tina Höch, 13 Jahre

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