Das Phänomen Stress
 

Das Wort „Stress“ war 1950 ursprünglich ein Ausdruck der Metalltechnik und bedeutete soviel wie Verzerrung, Verbiegung und Verspannung. Erst seit 1970 ist dieses Wort im Allgemeinem Sprachgebrauch und seiner heutigen Bedeutung zugeordnet. 1978 schrieb Frederic Vester erstmals ein Buch über das „Phänomen Stress“.

Stress kann durch seelische und körperliche Reize ausgelöst werden wie, Lärm, Hitze, Kälte, Sauerstoffmangel, Hetze, Enge, hohe Verantwortung oder Termindruck. Je nach Empfindlichkeit des Menschen, lösen diese Reize ganz bestimmte messbare Reaktionen aus. Im Gehirn wird über das Stammhirn das vegetative Nervensystem erregt. Dadurch sondert die Nebenniere das Hormon Adrenalin ab. Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Atmung wird tiefer, Blutzucker – und Blutfettwerte steigen an. Der Mensch wird in einen „Alarmzustand“ versetzt, der so genannten „Alarmphase“. So werden in Sekunden alle verfügbaren Energiereserven zur Verfügung gestellt. Herz und Kreislauf können das gestörte Gleichgewicht in der anschließenden Erholungsphase wieder herstellen. Wirken zu viele Reize im gleichen Moment ein, befindet man sich im Dauerstress, dem Di(s)stress auch „ zerstörender Stress“ genannt. Der Unterschied vom Normalenstress ( auch Eustress genannt )und Di(s)stress ist, dass beim Di(s)stress keine Erholungsphase stattfindet, sich also der Körper nicht erholen kann. Jeder Mensch reagiert individuell auf den Di(s)stress : Einige bleiben ruhig, andere werden agressiv. Manche erkranken an Herz und Kreislaufstörungen oder erleiden sogar einen Herzinfarkt. Auch Magen – und Darmgeschwüre und Asthmaanfälle sind häufige Folgeerscheinungen.

Diese möglichen negativen Auswirkungen täuschen jedoch über den Sinn des Stressmechanismus hinweg. Da in sekundenschnelle alle Energien zur Verfügung stehen, kann man in akuten Gefahrensituationen sofort reagieren. Auch können Stressfaktoren in bestimmten Situationen durchaus positiv wirken, wie z.B. in der Diskothek. Die negativen folgen des Dauerstress kann man durch regelmäßigen Sport und sinnvolle Beschäftigung in der Freizeit ausgleichen.


Madeline I. (14 Jahre)

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