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Deutende Inhaltsangabe des Romans "Mörder ohne Gesicht" von Henning Mankell


Der Mord:

In dem südschwedischen Dorf Lenarp macht der siebzigjährige Bauer Nyström in der Nacht zum 08.Januar des Jahres 1990 eine entsetzliche Entdeckung: das befreundete Nachbarehepaar Johannes und Maria Lövgren liegt blutverschmiert auf dem Boden ihres Hauses. Johannes ist tot, während bei seiner Frau noch schwache Atemzüge zu hören sind. Es dauert nicht lange und auch Maria erliegt im Krankenhaus ihren Verletzungen. Doch bevor jenes geschieht, gibt sie der ermittelnden Einheit um Kommissar Kurt Wallander einen verhängnisvollen Hinweis "Ausländer", welcher die Fahndung nach der Täterschaft noch erschweren wird. 

Die Ermittlungen:

Da die Ausländerfeindlichkeit in der scheinbaren Idylle Südschwedens sehr groß ist, bemüht sich Kurt Wallander diese Informationen intern zu behalten und nicht an die Presse gelangen zu lassen. Jedoch scheint es innerhalb der Polizei eine undichte Stelle zu geben und so gelangt die Information bereits einen Tag später an die Öffentlichkeit. Daraufhin wird aus Rache an dem Lövgren - Doppelmord ein Somalier aus dem Auffanglager für Asylbewerber bei seinem Spaziergang erschossen.Der Bruder von Maria Lövgren erscheint im Polizeipräsidium von Ystad und berichtet Wallander, dass Lövgren ein vermögender, selbstsüchtiger ergrauter Mensch gewesen ist, der seine Frau mit einer anderen betrogen und mit ihr ein Kind hat. Wallander findet heraus, dass Lövgren am 04.Januar 27.000 Kronen abgehoben hatte. Rydberg und Wallander ziehen die Vermutung, dass Raub ein Beweggrund für die grausame Tat gewesen sein könnte, in Betracht. Eine weitere Spur führt sie zu Ellen Magnusson. Sie gibt zu, Lövgren ist der Vater ihres Sohnes Erik. Erik Magnusson hatte Schulden bei einem Eisenhändler in Höhe von 25.000 Kronen, die er drei Tage nach dem Mord in Lenarp zurückbezahlt hatte. Und zwar in Tausendern und Fünfhunderten, wie Lövgren es bei seiner Bank abgeholt hatte. 

Die Auflösung:

Der Mord an dem Somalier entpuppte sich als wirklicher Racheakt, begangen von einem pensionierten Polizist und seinem Komplizen. Der uneheliche Sohn Erik Magnusson bezahlte seine Schulden, indem er sein Auto verkaufte und zur Tatzeit war er bei seiner Freundin. Die Täter waren wirklich Ausländer: zwei Tschechen, welche politisches Asyl beantragt hatten und in einem Auffanglager für Asylbewerber lebten. Beide standen hinter Lövgren in der Bank, als dieser sein Geld abholte. Lövgren fiel die Quittung zu Boden und einer der Männer nahm diese an sich. Somit hatten sie seine Adresse und die Summe des abgehobenen Geldes. Dies erfuhr Wallander von der Bankangestellten Britta - Lena Boden, die sich sehr gut an diese Situation erinnern konnte. Über die Videokamera in der Bank wurden sie erfasst und weil sie mit Frau Boden sprachen, meinte diese es wären Tschechen oder Bulgaren. Man zeigte den Leitern der Heime Bilder der beiden, so wurden sie namentlich erkannt. Auf dem Markt von Kivik überraschten Wallander und Martinsson die Täter in einem Zelt. 

Interpretation zu dem Roman "Mörder ohne Gesicht" : 

Henning Mankells Roman "Mörder ohne Gesicht", der im Jahre 1999 zum ersten Mal erschienen ist, handelt von dem Mord an dem alten Bauernehepaar Lövgren, der wie es zuerst scheint, ausländerfeindliche Hintergründe hat. Es stellt sich jedoch heraus, dass auch andere Motive in Frage kommen können. Das erste Kapitel des Romans beschäftigt sich hauptsächlich mit der Person, die die Überfallenen findet, nämlich dem Nachbarn, der ebenfalls einen Bauernhof besitzt. Ihn und seine Frau verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft mit dem ermordeten Ehepaar. Nachdem er eine Weile mit sich ringt und versucht herauszufinden, was in dieser Nacht nicht stimmt, geht er hinüber zu den Lövgrens und findet beide blutverschmiert auf dem Boden ihres Hauses liegend. Henning Mankell beginnt seinen Roman gleich zu Anfang mit einer gewissen Spannung. Der Bauer, der die Lövgrens findet, bleibt im gesamten Kapitel namenlos. Es ist vorwiegend von "ihm" und "er" die Rede. Der Text ist im Wechselspiel aus den Gedanken des Bauern und Formulierungen aus der Sicht der dritten Person. Die Gedanken bewirken, dass man sich ein genaues Bild von der Persönlichkeit des Mannes machen kann. Man kann die Verbindung nachvollziehen, da er sich an die Vergangenheit erinnert, als die Kinder der beiden Familien noch auf den Höfen gewohnt haben.

Zitat, Seite 8,Zeile 31-32 : "Unsere Kinder sind zwischen den Höfen hin und hergelaufen, als gehörten sie zu beiden." Auch Themen wie Liebe und Angst im Alter werden in Gedankenform dargestellt.

Zitat, Seite 7,Zeile 6-10 :"Ein Mensch, der über vierzig Jahre lang Bauer gewesen ist, immer gebeugt über den schweren schonischen Lehmboden, nimmt das Wort "Lieben" nicht in den Mund, wenn er von seiner Frau spricht. In unserem Leben ist die Liebe immer etwas ganz anderes gewesen..." Hier deutet Mankell leicht an, dass "Liebe" auf dem Lande etwas anderes ist als in der Stadt. Man könnte es so auffassen, dass mit Liebe eher Teamwork und ein gemeinsam funktionierendes Leben gemeint ist. Für romantische Liebe bei der Partnerwahl ist für Landwirte wirklich nicht viel Platz.

Der Autor verwendet verschiedene stilistische Mittel. Gleich in den ersten drei Sätzen wiederholt sich die Anapher " etwas". Danach vergleicht er den Schlaf mit einem schwarzen Loch und "einem Brunnen, der nichts von seinem Inhalt preisgibt". Zwischenzeitlich wird der Text durch Dialoge zwischen dem Bauern und seiner Frau aufgelockert, die natürlich auch aufwacht und ihn fragt, was er dort am Fenster tut. Sie ist es auch, die ihn dazu ermutigt, nachzuschauen, was passiert ist. Vorher redet der Bauer sich ein, dass doch auf dem Land nichts passieren wird. Er vergleicht das Leben hier mit "einem Bach ohne Energie und Willen". Dieser Vergleich unterstreicht noch einmal das unspektakuläre, eigentlich langweilige (weil ohne Energie) Leben, dass die Menschen bisher dort geführt haben. Auf Seite 9 wird eine Vermenschlichung verwendet: " Die Angst kommt aus dem Nichts und ergreift Besitz von ihm". Der Leser soll nachempfinden können, wie nah die Angst dem Bauern ist.

Am Schluss weist der Autor noch einmal, wie bereits schon am Anfang, auf das Datum der Geschehnisse hin, was noch einmal den Beginn der Ereignisse und eventuell auch die Jahreszeit in Erinnerung rufen soll. Das Kapitel ist hauptsächlich im Präsens formuliert. Mankell benutzt teilweise kurze Sätze, aber auch längere, bei denen die Haupt- und Nebensätze von Kommata getrennt werden. Er beschreibt die Gefühle und Umgebung des Bauern detailliert, so dass man direkt mitfühlen und nachvollziehen kann, da die gelesenen Gedanken auch die des Lesers sein könnten, wenn er sich in der beschriebenen Situation befände. 

Gedanken zum Roman "Mörder ohne Gesicht" 

In seinem ersten Wallander - Kriminalroman "Mörder ohne Gesicht", erschienen im Jahre 1991,präsentiert Henning Mankell ein vom Modellcharakter weit entferntes Schweden. Denn viele Jahre lang galt Schweden als der Sozialstaat schlechthin. Doch diese Zeiten schein zu schwinden, kaum noch etwas scheint von diesem sozialen Handeln übrig geblieben zu sein. Als der schwedische "Sir Arthur Conan Doyle" 1989 nach Ystad reiste, hörte er von einem kaltblütigen Mord an einem Bauernehepaar in Lenarp. Auf Grundlage dieses grausamen Verbrechens schrieb er den Roman "Mörder ohne Gesicht", der die zunehmende Ausländerfeindlichkeit in Schweden thematisiert.
Henning Mankell beginnt das erste Kapitel seines Kriminalromans mit einer Anapher, einer dreifachen Wiederholung des Wortes "etwas" am Satzanfang. Seite 5, Zeile 1-3, Zitat: "Etwas hat er vergessen, das weiß er genau, als er aufwacht. Etwas, das er geträumt hat in dieser Nacht. Etwas, an das er sich erinnern sollte." 

Bereits mit diesen wenigen und scheinbar einfachen Worten schafft er es eine gewisse Spannung zu erzeugen. Nun nämlich möchte man als Leser wissen, was dieses "etwas" ist, das der Person trotz fieberhaften Nachdenkens nicht einfallen will. Das " sollte" am Satzende zeigt verstärkt die Notwendigkeit  des Erinnerns an. Der Mord, der die ermittelnde Einheit um Kommissar Kurt Wallander vor ein Rätsel stellt, geschieht gleich zu Anfang auf den ersten Seiten des ersten Kapitels. Beeindruckend ist die präszise Schilderung der Ermittlungsarbeit der Polizei. Dabei ist Mankell äußerst bemüht darum, realistisch und glaubwürdig  zu sein und kein überzogenes Bild der Polizei und deren Möglichkeiten zu liefern. So ist es ganz selbstverständlich, dass die ersten paar Wochen der Ermittlungsarbeit ausführlicher beschrieben sind, als beispielsweise das letzte halbe Jahr.

Manche Leser argwöhnen, dass der letzte Teil des Romans nicht in der Ausführlichkeit beschrieben ist, da Mankell keine Lust mehr hatte. Andere meinen, er hätte einen Abgabetermin einhalten müssen. Keiner der beiden Ansichten würde ich zustimmen. Wäre Lustlosigkeit oder ein einzuhaltender Abgabetermin der Grund dafür, hätte der Schriftsteller wohl den falschen Beruf gewählt. Im Gegensatz zu anderen Romanen, findet man bei Mankell nur sehr wenig Fachsprache. Komplexen Fremdwörtern, zu denen eine Erklärung erforderlich wäre, begegnet man hier nicht. Dies ist ein weiterer Aspekt für einen guten Roman. Der Protagonist, Kurt Wallander, ist eine Person, in der sich viele Menschen wieder erkennen können. Er ist ein ganz normaler, liebenswürdiger Mensch, der sich wie die meisten mit ganz normalen privaten und persönlichen Problemen auseinandersetzen muss. Obwohl sich seine Frau Mona von ihm getrennt hat, versucht er es immer wieder, sie zur Rückkehr zu ihm zu überreden. Doch auch in "Mörder ohne Gesicht" gelingt es ihm nicht. Sein zweites Problem ist das Verhältnis zu seiner Tochter Linda, welches sich als äußerst schwierig erweist. Bevor sie als Jugendliche versucht hatte, ihrem Leben ein Ende zu setzen, hatte sie stets ein grenzenloses Vertrauen zu Kurt, der diesen Entschluss noch im letzten Moment verhindern konnte. Doch das gehört auch der Vergangenheit an.

Zu guter letzt ist da noch sein werter Vater, der ihm Kummer bereitet. Die Dialoge zwischen den beiden sind überaus amüsant und ein besonderes Highlight im Roman. Der Vater, ein Maler, der jahrelang jeden Tag dasselbe Motiv malt, hat nie verstanden, weshalb Kurt Wallander Polizist geworden ist. Das lässt er ihn spüren und hält es ihm bei jeder Gelegenheit vor. In "Mörder ohne Gesicht" erhält Kurt Wallander spät nachts einen Anruf von einem Nachbarn seines Vaters, der ihm mitteilt, dass sein Vater nur im Schlafanzug bekleidet und mit einem Köfferchen in der Hand über die Felder wandert. Natürlich macht sich Wallander blitzschnell auf den Weg, um das Schlimmste zu verhindern. Sein Vater, der allmählich senil wird, ist tatsächlich davon ausgegangen nach Italien zu reisen... 

Einerseits leidet man mit Wallander mit, dessen Probleme immer mehr und größer zu werden scheinen. Aber ebenso freut man sich auch über jeden Fortschritt in der Aufklärung von Straftaten. "Mörder ohne Gesicht" ist der Auftakt zu einer grandiosen, typisch schwedischen Kriminalreihe, auf die ich nun nicht mehr verzichten kann und möchte. 

Kritische Hinterfragung: 

Erstaunlich, jedoch etwas realitätsfern, erscheint die Fähigkeit der Bankangestellten Britta - Lena Boden, die sich noch Wochen später an Johannes Lövgrens Besuch in der Raiffeisenbank erinnern kann. Den ermittelnden Kriminalbeamten vermag sie nicht nur mitzuteilen, dass er am 04.Januar 1990 27.000 Kronen in Tausendern und Fünfhundertern Banknoten abgehoben hat, sondern auch, dass er sein Geld in eine braune Aktentasche packte, eine Quittung samt Adresse ausfüllte und dass in der Reihe hinter ihm zwei nicht schwedisch aussehende Männer, vermutlich Ausländer, standen. Als Lövgren seine Quittung versehentlich zu Boden fallen ließ, nahm sie einer der beiden an sich. Auf Grund dieser Information hat die Bankangestellte eine Spur zu den Mördern der Lövgrens gelegt und letztendlich zur Lösung des Falles beigetragen.

Die Frage, die bleibt, ist: wie realistisch ist es, dass sich eine Angestellte bei der Bank, die am Tag mehrere 100 Kunden zu bedienen hat, sich an solche kleinen Einzelheiten erinnern kann? In jedem Fall ein guter Einfall Mankells, um die Spannung zu erhöhen. Vielleicht hat er aber auch nur nach dem Motto "Ausnahmen bestätigen die Regel" geschrieben...

Birgit Schröder (ehem. Chefredakteurin von RAINBOW - 19 Jahre)
© schuelerseite.otto-triebes.de

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